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Top 10 Zweige für Kanninchen, Degus und Co.

Top 10 Zweige für Kanninchen, Degus und Co.

Wie gerne kosten wir Menschen zwischendurch mal dies und mal das und erfreuen uns an Knabbereien, einem Snack, einem Keks oder an einer Nuss. Machen wir doch unseren Lieblingen auch täglich eine kleine Freude und ergänzen das herkömmliche Futter aus der Packung mit Zweigen aus dem Garten

 

Welches nagende Tier lebt im Haus?

Biologisch werden Nagetiere von Hasenartigen unterschieden, die sich auch in der Zahnformel unterscheiden. 
Hasenartige, wie Hasen, Kaninchen und Pfeifhasen besitzen im Ober- und Unterkiefer jeweils zwei Paar Schneidezähne, von denen allerdings nur jeweils einer gut zu erkennen ist, während die 
Nagetiere, wie Meerschweinchen, Ratten, Degus, Mäuse, Hamster, Chinchillas, Zwergschläfer oder Hörnchen nur ein Paar davon besitzen.

 

Vorkenntnisse

Die Schneidezähne der Hasen wachsen ohne Wurzeln direkt aus dem Kiefer ein Leben lang weiter und bedürfen der gezielten, täglichen Abnutzung. Eckzähne fehlen, und eine große Lücke (Diastema) gähnt bis zu den ebenfalls dauernd wachsenden Mahlzähnen. Die insgesamt 26-28 Zähne zermahlen die großteils faserige Mahlzeit und machen sie für den Blinddarm, in dem die Nahrung durch Bakterien vergoren wird, verfügbar. Erst durch das abermalige Verschlucken des Kots können die Kaninchen die entstandenen Nährstoffe im Dünndarm aufnehmen. Deshalb ist eine gesunde Ernährung mit Faserstoffen so entscheidend für die Darmflora und das lange Leben des Haustieres.
Auch bei den Nagetieren sind im Ruhezustand die unteren Schneidezähne hinter den oberen Schneidezähnen eingebettet und füllen den vorderen Mundraum aus, die Zähne sind sozusagen platzsparend aneinandergelegt. Beim Gebrauch, beim Fressen und Knabbern, schiebt sich das Unterkiefer nach vorne, sodass die oberen und unteren Schneidezähne genau gegenüber liegen und ihre Arbeit verrichten können. Die unteren Backenzähne beißen dann zunächst ins Leere und werden nicht unnötig abgeschliffen. Erst später mahlen sie beim Zerkauen aufeinander und verarbeiten die Nahrung zu Brei.

 

Zweige als natürliche Nahrung einsetzen!

Als dämmerungsaktive Tiere leben Hasen und Kaninchen am Waldrand und knabbern am Unterholz. Kleinere Nagetiere springen gerne über Äste und Zweige und ernähren sich ebenfalls vom Abbiss der schmackhaften Rinde, vom süßlichen Bast oder von den inneren Holzfasern. Denken wir dabei an den großen Vertreter, den Biber, der gleich ganze Bäume fällt, um an die Zweige zu kommen. Wie gern hätten also unsere Lieblinge ein Stück eines Baumes in ihrer Unterkunft. 

 

Bäume und Sträucher im Freiland

Überhängende Zweige, die wie bei der Weide etwa bis zum Boden hängen, werden von den Kaninchen im Freigehege abgenagt. Können sie diese nicht erreichen, beginnen sie gelegentlich junge Pflanzen auszugraben um an die Wurzeln zu kommen. Deshalb wird jedes Freigehege bald einer "Mondlandschaft" gleichen. Das Anbieten von Zweigen ist hier dringend angeraten.

 

Zweige von Bäumen und Sträuchern

Sehr praktisch ist es, dass Zweige das ganze Jahr über geerntet werden können und auch im getrockneten Zustand von den Tieren angenommen werden. Ein kleiner Bund Zweige durch die große Öffnung ins Heim der Tiere eingebracht, wird sofort untersucht und binnen eines Tages "verarbeitet". Die Zweige dienen nicht ausschließlich der Ernährung, sondern halten auch die Zähne gesund und kräftig. 
Welche Zweige können nun gereicht werden? Hier eine kleine Auswahl der vielen Möglichkeiten: 

 

Die Top 10 an Zweigen und Ästen für Nager!

Grundsätzlich nehmen die Tiere alle Zweige an, deren Früchte auch für den Menschen verträglich sind. Das Angebot wird aber von weiteren Bäumen und Sträuchern ergänzt. Wird Neues angeboten, muss erst einmal angefüttert werden, also nicht gleich riesige Mengen anbieten. Mit der Zeit kristallisieren sich Lieblingsbäume heraus, die man dann vermehrt besorgen kann. Blüten und Knospen bleiben allerdings vermehrt übrig. 

 

1. Weidenzweige

Die schon erwähnte Weide enthält Salicylsäure und wirkt Schmerz lindernd. Außerdem wird ihr eine positive Wirkung bei Blähungen und Durchfall zugeschrieben. Erkennbar sind die Bäume an den hängenden Zweigen, den langen dünnen Blättern und der gelblich bis hellgrünen Rinde.

 

2. Lindenäste

Um einer Blasenentzündung vorzubeugen, werden dünn auslaufende Zweige oder in handliche Stücke geschnittene Teile angeboten. Sowohl harntreibend als auch beruhigend wirken die 
oft gewinkelte Zweige. Die Blätter sind nahezu herzförmig und die Blüten und Früchte, die die Nager nicht annehmen, sitzen mittig auf einem eigenen Blatt.

 

3. Apfelzweige

Zweige mit den enthaltenen Gerbstoffen, den Flavonoiden und in geringer Menge ätherischen Ölen, verputzen die Nager mit Vorliebe. Das aus den Pflanzensäften an der Luft entstehende Pektin regelt die Verdauung und wirkt als Präbiotikum.

 

4. Zwetschgenästchen

Das schwere Holz mit rötlich brauner Farbe nehmen die kleinen Nager gerne an. Bretter im Käfig werden von den Tieren gerne zernagt. Überhaupt freuen sich Kaninchen und Co. über jegliches "Holzspielzeug" in ihrer Umgebung. 

 

5. Erlenzweige

Dieser Baum kann schnell zum Lieblingsfutter werden. Die Früchte sehen von der Ferne wie die winzigen Bockerl einer Kiefer aus und bleiben über den Winter am Baum hängen. Die Blätter sind andeutungsweise gelappt und rollen sich ein wenig ein. Die Zweige erscheinen rotbraun und sind von winzigen Warzen besetzt.

 

6. Buchenzweige

Mit einem hohen Anteil an Oxalsäure wirken sie gegen eine drohende Blasenentzündung. Schnell sind die grauen Zweige verspeist und ein zusätzliches Angebot wird freudig zerkleinert.

 

7. Birke 

Leicht an der weißen Rinde des Stammes erkennbar, wirken die in den Birkenzweigen und Blättern enthaltenen Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe und ätherischen Öle sowie das Vitamin C auf weiten Gebieten entzündungshemmend und harntreibend. Auch einem Nierenleiden kann vorgebeugt werden.

 

8. Zweige der Hainbuche 

Beschwerden bei Kaninchenschnupfen und Fieber lässt sich bei allen nagenden Haustieren erfolgversprechend lindern. Mit den auffallenden, dreilappigen Blättern und den darauf sitzenden Früchten ist die Hainbuche leicht zu erkennen. Auch im Winter enthalten die Zweige Gerbsäure, weswegen Achtung geboten ist, weil sich leicht Schimmel ansetzen kann.

 

9. Pappel-Äste

Gegen Rheuma und Wassersucht sowie bei Herzproblemen wird die Pappel gerne verfütter und von den Tieren angenommen. Am Wegesrand fällt die Pappel sofort auf, denn sie hat junge, fast runde Blätter, ältere, spitze Blätter und die Unterseite ist nahezu schneeweiß. Außerdem zittern die Blätter gerne im Wind. Die saftigen, braunroten Zweige werden gerne angenommen und enthalten Salicin, Stärke und in geringer Menge Fette.

 

10. Lärchen-Zweige

Eine große Ausnahme bildet hier die Lärche, denn alle Nadelbäume sollten generell gemieden werden. Bei Atemwegserkrankungen und zur Linderung bei Schnupfen können einige Zweige immer wieder angeboten werden. Die Nadeln fallen zwar bald ab, aber an den typischen Kurztrieben ist die Lärche auch im Winter erkennbar. Gefäßstabilisierende und blutdrucksenkende Wirkung wird dem Holz zugeschrieben und die Tiere zernagen es tatsächlich gerne.

 

Zusätzliche Übersicht

Zahlreiche Bäume und Sträucher sind ebenfalls gut geeignet, um den Nagern und Kaninchen ein abwechslungsreiches Futter bieten zu können.
Pfirsich und Esche wirken entzündungshemmend und schmerzstillend.
Eiche hilft bei Durchfall und hält die Verdauung in Gang
Walnuss darf nur selten angeboten werden und wirkt gegebenenfalls entwurmend. 
Haselnuss wird heiß begehrt sein und lindert Gallen- und Leberbeschwerden. 
Forsythie kann ruhig in größere Mengen in den Käfig gestellt werden.
Beeren wie WeinStachelbeerenMaulbeerenHimbeerenHeidelbeeren und Brombeeren können sich auf das Immunsystem, den Appetit, blutstillend, blutreinigend und auf Verstopfung auswirken. Auch gegen Durchfall, Blasenentzündung und für den Blutkreislauf hilft der tägliche Happen an Zweigen

 

Zum Abschluss

Allgemein ist zu sagen, dass die Zweige homöopathisch wirken können und vorbeugend eingesetzt werden sollten. Viele Probleme, wie Krankheiten und Allergien auf der einen Seite und das allgemeine Wohlbefinden und die daraus resultierende Freude mit den Tieren auf der anderen Seite, lässt sich durch den Einsatz von Zweigen positiv mitgestalten.