Drucken

Palmbuschen herstellen - Osterbrauch

Palmbuschen herstellen - Osterbrauch


Vorfreude auf das Osterfest


Rund um das Osterfest haben sich viele Bräuche entwickelt und auch heute noch wird die Tradition gelebt. In vielen Haushalten werden rechtzeitig zu Beginn der Karwoche Palmbuschen aufgestellt. Entweder bunt geschmückt als österliche Dekoration oder schlicht und einfach gebunden neben der Osterkerze. Auf jeden Fall stimmen die Palmkätzchen auf das nahende Osterfest ein. 

Palmzweige spielen zu Ostern eine wichtige Rolle

Warum gerade Palmzweige zum Osterfest eine so bedeutende Rolle spielen, liegt in der Bibel begründet. Es ist ausführlich beschrieben, wie Jesus, der Friedenskönig, auf einem Esel reitend, in die Stadt Jerusalem einzog. Das Volk war begeistert und bereitete ihm einen herzlichen Empfang. Jesus winkte dem Volk mit Palmzweigen zu. Palmzweigen wurden bereits im alten Judentum verwendet und symbolisierten den Sieg. In Gedenken an dieses Ereignis aus dem Leben Jesu werden auch heute noch in den Kirchen am Palmsonntag die gebundenen Palmzweige geweiht. In manchen Orten finden Prozessionen statt und in Ermangelung von Palmzweigen haben sich die, rechtzeitig vor Ostern schon blühenden, Palmkätzchen durchgesetzt.

Palmbuschen haben eine lange Tradition

Der Einzug Jesu in Jerusalem wurde schon früh von gläubigen Menschen im Orient nachgestellt. Im 8. Jahrhundert kam dieses historische Geschehen nach Europa und ist sogar gut dokumentiert. Der erste Nachweis dafür findet sich in der Sammlung liturgischer Texte, das Sakramentar von Bobbio.

Die Symbolik der Palmkätzchen

Die weichen, pelzigen, silberfarbenen Weidenkätzchen sind Frühlingsboten und eine der ersten Nahrungsquellen der Bienen. Sie stehen als Symbol des Neubeginns und werden je nach Region zu Besen, Wedeln oder Sträußen gebunden. Am Palmsonntag werden die kleinen Kunstwerke vom Priester gesegnet und gelten ein Jahr lang als Glücksbringer für Mensch und Haus. Sie sorgen am Feld vergraben für eine reiche Ernte, schützen das Haus vor Feuer und bringen den Bewohnern Glück und Gesundheit.

Palmbuschen binden

Vor allem die ländliche Bevölkerung schnitt die Knospen der Salweide der Tradition folgend an einem Donnerstag vor Sonnenaufgang. In einigen Alpenregionen war es überhaupt Brauch, die Zweige erst am letzten Freitag vor dem Palmsonntag zu schneiden. Freitag deshalb, weil dieser Tag an die Schmerzen der Mutter Maria unter dem Kreuz ihres Sohnes erinnert und oft als Schmerzensfreitag bezeichnet wird. Die Salweide steht teilweise, zum Beispiel in Österreich, unter Naturschutz, da sie wie bereits erwähnt, die erste Nahrung für die Bienen nach dem langen Winter ist. Es ist zu empfehlen, die Zweige der Züchtungen in einer Gärtnerei zu kaufen.

Palmen waren heilige Bäume

Im Altertum galten Palmen als heilige Bäume und die Palmzweige waren den Herrschern vorbehalten, da sie als Symbol der Königswürde galten. Palmbuschen können selbst gebunden werden. Wichtig dabei ist, Palmkätzchenzweige in ungerader Zahl zu verwenden. Sieben oder neun Zweige und etwas Grün, in ebenfalls ungerader Zahl, werden zusammengebunden. Zu den Salmweidezweigen gesellen sich Efeu, Thuje, Eibe, Zeder, Wacholder, Buchsbaum oder Stechpalme.

Anleitung zum Binden

Für den Palmbuschen wird benötigt:

  • Palmkätzchenzweige
  • Immergrün jedweder Art
  • Bänder
  • Dekoration
  • Gartenschere

Mit wenigen Handgriffen zum Palmbuschen

  • Die Zweige werden auf die gewünschte Länge zugeschnitten
  • Das Grünzeug wird ebenfalls auf die gewünschte Länge zugeschnitten und zu kleinen Büscheln gebunden
  • Die Palmkätzchenzweige und die Büscheln werden mit einer Schnur zu einem Strauß zusammengebunden
  • Wer seinen Palmbuschen ganz traditionell gestalten möchte, fertig viele kleine Büschel an und bindet diese in Folge an einen Besen

In vielen Anleitungen wird empfohlen, den Palmbuschen mit Draht oder mit Nägeln zu binden beziehungsweise am Besen zu befestigen. Diese Materialien sollten jedoch auf keinen Fall verwendet werden. Sie erinnern zu sehr an die Leiden Jesu durch die Kreuzigung und die Dornenkrone.

Schmücken der Palmbuschen

Traditionell werden die Palmbuschen mit Bändern in unterschiedlichen Farben verziert. Ein rotes Band steht für den Blutstropfen Jesu, aber auch für Liebe und Fruchtbarkeit. Das violette Band signalisiert die Fastenzeit und goldene, gelbe oder weiße Bänder kündigen das Ende der Fastenzeit und den Beginn der Osterfreuden an. Wer möchte kann den Palmbuschen mit Eiern, Äpfeln oder süßen Brezeln schmücken.