Kann man Kürbisse roh essen?

Kann man Kürbisse roh essen?

 

Kürbisse sind nicht nur zu Halloween beliebt, sondern auch als leckeres und vitaminreiches Gemüse. Die Zubereitungsarten, etwa als Kürbiscremesuppe oder als schmackhafte Beilage zu verschiedenen Gerichten, sind ebenso abwechslungsreich wie die Kürbisse selbst, die es in vielen unterschiedlichen Formen, Farben, Größen und Varianten gibt. Darüber hinaus gelten bestimmte Kürbisarten auch als Naturmedizin gegen Prostatabeschwerden oder Blasenleiden. Auch bei Schwangerschaftserbrechen oder bei Parasitenbefall können der Kürbis oder die Kürbiskerne unterstützend zur Behandlung eingesetzt werden. Der Genuss von Kürbis ist jedoch nicht in jedem Falle ratsam, denn nicht alle Arten gehören zu den Speisekürbissen. Bestimmte Kürbisse können also sogar giftig sein, denn sie enthalten dann nicht unerhebliche Mengen an Curcubitacinen, Inhaltsstoffe, die unter anderen zu schweren Verdauungsstörungen führen können. 

 

Selbst Mutationen von ansonsten unproblematischen, genießbaren Kürbisfrüchten können in manchen Erntejahren erhöhte Gehalte an Curcubitacinen aufweisen, erkennbar an dem bitterem Geschmack. Sobald also ein Kürbis in welcher Zubereitungsart auch immer leicht oder stark bitter schmeckt, sollte er auf keinen Fall verzehrt werden. Weitere Anzeichen einer Kürbisvergiftung können Kopfschmerzen, verstärkter Speichelfluss, kolikartiger Durchfall oder Herzrasen sein. Kommt es nach dem Genuss eines Kürbisgerichtes zu diesen oder anderen ungewohnten Symptomen, so sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Geringe Mengen an nicht essbarem Kürbis sind jedoch nach derzeitigem Stand unproblematisch. Deshalb sollte eine Kürbismahlzeit stets vorgekostet werden. 

 

Der Geschmackstest auf Bitterstoffe sollte auch unbedingt vor der Zubereitung erfolgen, denn die beigefügten Gewürze können den bitteren Geschmack verfälschen. Schmeckt das rohe Kürbisfleisch bitter, dann sollte nach dem Ausspucken der gesamte restliche Kürbis weggeworfen werden. Auch die Gurke oder die Zucchini gehören botanisch gesehen zur Familie der Kürbisgewächse und können dementsprechend ebenso einen erhöhten Gehalt an schädlichen Bitterstoffen aufweisen. Zierkürbisse unterscheiden sich rein äußerlich fast nicht von den essbaren Varianten und sollten keinesfalls verzehrt werden. Bei den heute im Handel befindlichen Speisekürbissen wurden bitter schmeckende und giftige Substanzen herausgezüchtet.

 

Wer selbst Kürbisse züchtet, kann sich vor giftigen Varianten am besten durch die Auswahl von hochwertigem Saatgut schützen. Auch heutzutage kann es immer mal wieder vorkommen, dass sich durch spontane Rückmutationen in Speisekürbissen erhöhte Gehalte an schädlichen Bitterstoffen nachweisen lassen. Es ist deshalb keinesfalls übervorsichtig, vor jeder Kürbismahlzeit einen Geschmackstest oder wenigstens einen Zungentest durchzuführen und auch bereits leicht bitter schmeckendes Kürbisfleisch zum Schutz der Gesundheit nicht zu verzehren. Es besteht also überhaupt kein Grund zur Panik oder zu einem völligen Verzicht auf Kürbismahlzeiten. Denn die positiven gesundheitlichen Auswirkungen bei Verzehr von Kürbis überwiegen bei weitem. Speisekürbisse, die in rohem Zustand keinen bitteren Geschmack aufweisen, können also bedenkenlos verzehrt werden. Der in den leicht giftigen Kürbissen vorhandene Bitterstoff lässt sich auch durch Erhitzen nicht zerstören. Deshalb sollten bitter schmeckende Kürbisgewächse weder roh noch gekocht verzehrt werden.