Essbare Kürbisse erkennen

Essbare Kürbisse erkennen

Essbare Kürbisse erkennen

- Speisekürbisse von Zierkürbisse unterscheiden lernen - 

 

Auch einige Zierkürbisse kann man essen

Es gedeihen in Deutschland eine ganze Menge unterschiedlicher Kürbissorten, aber nicht jeden Kürbis sollte man essen, einige sind geradezu ungenießbar. Bedeutet dies nun, dass Zierkürbisse grundsätzlich nur zur Dekoration taugen? Nein, das gilt so für viele Zierkürbissorten, aber nicht für alle. 

Allerdings müssen einige der essbaren Früchte wirklich voll ausgereift sein, manche können roh verspeist werden, andere müssen unbedingt lange genug gekocht werden und wieder andere können auch mit Schale verzehrt werden. Und es gibt auch giftige Sorten, die den Giftstoff Cucurbitacin enthalten.

 

[Einschub:
Cucurbitacine sind Bitterstoffe. Sie sind vornehmlich in Braunwurz- und Kürbisgewächsen enthalten. Cucurbitan, der Namensgeber dieser Gruppe, ist ein tetracyclisches Steroid und Triterpen. Alle ca. 40 heute bekannten Cucurbitacine sind toxisch. Sie wirken fungizid und insektizid. Ihre zytotoxische Wirkung wurde auch in der Krebstherapie als Chemotherapeutikum erprobt. Eine hohe Vergiftungsgefahr geht von Wild- und Zierkürbissen aus. Durch unkontrollierte Rückkreuzungen zum Teil auch von Garten-Zucchini sind Rückmutationen entstanden, die hochgradig toxische Cucurbitacine enthalten, die zu tödlich verlaufenden Lebensmittelvergiftungen führen können.]

 

Unterschiede zwischen Speise- und Zierkürbis

Zierkürbisse zeichnen sich durch recht unterschiedliche Formen und Farben aus und sie sind in aller Regel deutlich kleiner als Gemüsekürbisse. Es sind auch vor allem die Zierkürbisse, die in vielen Fällen den schon oben erwähnten giftigen Bitterstoff Cucurbitacin enthalten. Bauchschmerzen und Übelkeit sind oftmals die Folge nach einem Verzehr dessen. Verwenden Sie daher die hübschen, kleinen Kürbisse lieber als Herbstdekoration.

Der Kronen- beziehungsweise Krallenkürbis und der Bicolor Spoon sind besonders beliebte Zierkürbisse. Ersterer bildet kleine, unterschiedlich gefärbte Früchte mit charakteristischen längeren Auswüchsen aus, die vielleicht etwas an Krallen oder an eine Krone erinnern. Wenn diese Früchte noch sehr jung sind, kann man sie essen.

Der Name Bicolor Spoon verrät schon die Zweifarbigkeit. Dieser etwas längliche und leicht gebogene Kürbis besteht meistens aus einer gelben und einer grünen Seite. Dieser Kürbis ist nicht geeignet zum Verzehr. Wenn er gut ausgereift ist, hat man daran als Herbstdeko über mehrere Monate Freude. 

 

Diese Zierkürbisse sind essbar

Jack be little - wird auch manchmal als orangener Mandarinenkürbis bezeichnet, weil seine orangefarbene Schale so charakteristisch gerippt ist. Er erreicht höchstens einen Durchmesser von ca. sechs Zentimetern. Dennoch wird er gern als "Mini-Halloween-Kürbis" verwendet. Sein Fruchtfleisch schmeckt angenehm süßlich, was etwas an eine Esskastanie erinnert. Er kann übrigens mit seiner weichen Schale gegessen werden. Wenn man ihn wie Bratkartoffeln in der Pfanne zubereitet, kommen die Gäste öfter.

Baby Boo - seine Früchte sind komplett essbar. Fast könnte man ihn mit dem Jack be little verwechseln, wäre da nicht seine erstaunlich reine weiße Färbung. Es handelt sich um eine stark rankende Pflanze, die im Garten viel Platz braucht. Die Erde sollte warm und nährstoffreich sein. Nach knapp 100 Tagen Reifezeit lässt er sich im Oktober gut ernten. Im gut ausgereiften Zustand ist der Kürbis bis zu vier Monate haltbar.

Stripetti - gehören ebenfalls der essbaren Dekoration an. Einst als japanische Züchtung entstanden, hat der ca. 30 Zentimeter lange Kürbis eine eher ovale Form. Beim Kochen bilden sich hier längere Fäden aus, was ihm auch den Namen Spaghetti-Kürbis eingebracht hat.

Gelber Crookneck - ist nur essbar, wenn die Frucht noch ganz jung ist. Nach ca. 55 Tagen Reifezeit kann der noch unreife Kürbis in der Küche verarbeitet werden. Lässt man ihn 90 Tage lang richtig gut ausreifen, kann er ein Gewicht von ungefähr 1,2 kg erreichen und stellt dann eine überzeugende Herbstdekoration dar.

Bischofsmütze - sie wird auch gern als Türkenturban bezeichnet. Ursprünglich war dieser Kürbis ungenießbar bitter. Erst die Neuzüchtungen haben nun einen essbaren Zierkürbis daraus gemacht. Sein Fruchtfleisch eignet sich gut als Suppeneinlage, kann aber auch gebraten oder gegrillt werden und der ausgehöhlte Kürbis kann ganz unterschiedlich gefüllt werden. Allerdings enthält seine Schale noch verschiedene Bitterstoffe und ist daher wirklich ungenießbar.

Muskatkürbis - gehört der Gruppe der Moschus-Kürbisse an und kann sogar roh gegessen werden. Gleiches gilt auch für den süßlichen Sweet Dumpling, der uns in einem auffallend creme-grün-gestreiften Kleid begegnet.


Zierkürbisse als stilvolle Herbstdekoration

Mit der Bezeichnung "Echter Zierkürbis" weist schon der Handel darauf hin, dass es sich in diesem Fall um eine ungenießbare Sorte handelt, die nur zur Dekoration geeignet ist. Sie können dann davon ausgehen, dass der Kürbis reichlich giftiges Cucurbitacin enthält. Aber trotz der vielen Versuche von Neuzüchtungen sind es nur etwa 20 Sorten, die definitiv der Gruppe der nicht essbaren Zierkürbisse angehören. Stellvertretend seien hier mal der Flat striped, Indian Mix oder Pear bicolor genannt.

Sie können aber davon ausgehen: Wenn ein Kürbis auffällig bunt und klein ist, stecken Sie ihn lieber nicht in den Mund, sondern verwenden Sie ihn zur Dekoration, wofür er auch gedacht ist. Ein Arrangement zusammen mit bunten Herbstblättern, Kastanien und Eicheln verfehlt nie seine reizvolle Wirkung. Was auch immer sehr beliebt ist, das sind kleine, von innen beleuchtete Halloween-Dekorationen. Dazu werden die Winzlinge innen ausgehöhlt und von außen Fratzen in die Schalen vorsichtig eingeschnitten. Mit einem ganz einfachen Teelicht kann man sie dann lange zum Leuchten bringen.