Beste Methoden, um Kürbisse zu trocknen

Beste Methoden, um Kürbisse zu trocknen

 

Seit Jahrtausenden gelten Kürbisse als natürliche Universalprodukte. Bereits zu Urzeiten trocknete man die die großen Früchte, um aus ihnen Gefäße, Alltagsutensilien oder Werkzeuge herzustellen. Auch heute noch erfreuen sich getrocknete Kürbisse an großer Beliebtheit. Egal ob als reiner Dekorationsgegenstand oder kunstvoll verarbeitet - so ein Zierkürbis macht optisch eine Menge her.
Im Folgenden erklären wir Ihnen die 4 besten Methoden, um Kürbisse fachgerecht zu trocknen.

 

1. Direktes Trocknen auf dem Feld
Bei dieser Methode werden die zu trocknenden Kürbisse nach dem Reifeprozess im Herbst an ihren Trieben auf dem Feld gelassen. Da reife Kürbisse frostresistent sind, kann ihnen selbst extreme Kälte nicht viel anhaben. Auch starken Temperaturschwankungen im Winter kann der Kürbis standhalten. Die Überwinterung der Kürbisse empfiehlt sich allerdings nur, wenn man die Kerne hinterher nicht mehr als Saatgut verwenden möchte, da diese durch die Kälte beschädigt werden können.
Bei Kälteeinbruch nach der Ernteperiode verdorrt die Kürbispflanze. Hierbei löst sich der Kürbis von seinen Ranken ab und beginnt zu vertrocknen. Wenn der Kürbis einige Zeit gelegen hat, kann man ihn auf seinen Vertrocknungszustand prüfen. Dieser lässt sich am besten mit Anheben, Klopfen und Schütteln der Früchte feststellen. Anhand des Gewichtes merkt man, ob der Kürbis bereits gut getrocknet ist. Durch den Flüssigkeitsverlust sollte er leichter geworden sein. Trockene Kürbisse sind innen hohl. Wenn beim Klopftest ein hohles Geräusch erklingt, ist dies ein Hinweis dafür. Beim Schütteln eines trockenen Kürbisses kann man im Inneren zudem häufig die Kürbiskerne rasseln hören. Wenn der Kürbis komplett durchgetrocknet ist, kann er von eventuellen Rankenüberresten getrennt und eingesammelt werden. 
Kürbisse, die bereits faule Stellen haben, sollten sofort kompostiert werden. Es macht keinen Sinn, sie trocknen zu wollen, da sich der Fäulnisprozess nicht aufhalten lässt.

 

2. Trocknen an einem Lagerungsort
Wenn eine Trocknung außerhalb des Feldes gewünscht ist, sollten die Kürbisse von ihren Ranken getrennt werden, sobald diese und die Blätter der Früchte sich braun färben. Es ist sehr wichtig, reife Kürbisse zu verwenden, da unreife Früchte sich nur sehr schwer trocknen lassen. 
Für das Schneiden sollte ein möglichst scharfes Werkzeug verwendet werden, damit eine glatte Schnittstelle entsteht. Hierbei ist es wichtig, mindestens 3 Zentimeter vom Stiel am Kürbis zu lassen. Durch den lädierten Stiel kann das Wasser vom Kürbis schneller verdunsten, wodurch der Trocknungsprozess beschleunigt wird.
Nach dem Ernten sollten die Kürbisse gründlich mit Seife und warmem Wasser abgewaschen werden. Dadurch werden Mikroorganismen entfernt, die den Fäulnisprozess beschleunigen würden. Alternativ kann man die Früchte in einer Mischung aus Wasser mit Haushaltsbleiche reinigen. Hierbei gilt das Mischungsverhältnis 9:1. Hinterher die Reste gründlich mit klarem Wasser entfernen. 
Für den Trocknungsprozess sollte ein Ort im Freien gewählt werden, an dem eine gute Belüftung herrscht. Der Trocknungsprozess dauert meist mehrere Monate, daher empfiehlt sich ein Platz, wo die Früchte nicht stören.
Der Lagerungsort sollte möglichst kühl und trocken sein. Eine Trocknung im Haus, in der Garage oder dem Gartenhaus ist ebenfalls möglich, schafft aber aufgrund der ungleichmäßigen Luftzufuhr nicht die optimalen Bedingungen. Hinzu kommt, dass die trocknenden Kürbisse einen strengen Geruch absondern, der sich auch in der Umgebung festsetzen kann.
Die Kürbisse sollten nebeneinander mit genügend Abstand auf eine höhere Ebene platziert werden. Als Ablageort eignet sich am besten ein Holzregal, da es eine besonders gute Belüftung der Früchte zulässt.
Die Trockenzeit eines Kürbisses beträgt je nach Größe zwischen sechs Monaten und einem ganzen Jahr. Wenn sich während dieser Zeit schimmelige Stellen an der Oberfläche bilden, sollte man diese mit einem Lappen abreiben oder vorsichtig abkratzen. Der Schimmel kann der harten Schale in der Regel nichts anhaben und sorgt lediglich für Verfärbungen. Wenn der Kürbis weich und faulig geworden ist, sollte man ihn wegwerfen, da er nicht mehr zu retten ist.
Die Kürbisse sollten alle ein bis zwei Wochen gewendet werden, damit eine Belüftung von allen Seiten garantiert wird.

 

3. Trocknen an der Schnur
Diese Methode eignet sich besonders gut, wenn nur eine geringe Menge an Kürbissen getrocknet werden soll. Hierbei wird ein Band um die Stiele der Kürbisse gebunden und anschließend werden diese daran aufgehängt. Die Kürbisse können wahlweise an den Ästen von Bäumen oder an selbstgebauten Vorrichtungen aufgehängt werden. Am Zaun aufgehängt erzeugen die Früchte einen besonders dekorativen Eindruck.
Um den Trocknungsprozess zu beschleunigen, kann man die Kürbisse mit einem Nagel unten einstechen. Anschließend stellt man unter den Kürbissen ein Gefäß zum Auffangen des Saftes auf. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass dadurch der Kürbis im inneren schnell verderben kann.

 

4. Trocknen durch Abschaben
Die Abschabungsmethode soll den Trocknungsprozess der Kürbisse beschleunigen. Sie gilt laut einiger Meinungen aber eher als umstritten, da das Vorgehen den Kürbis schädigen kann und ihn anfälliger für Bakterien macht. Bei dieser Methode werden die Kürbisse nach dem Ernten nur für wenige Wochen angetrocknet. 
Anschließend wird die oberste Hautschicht des Kürbisses vorsichtig mit einem stumpfen Gegenstand entfernt. Nachdem die hellere Unterschicht freigelegt ist, wird der Kürbis an einem sonnigen, luftigen Ort platziert, an dem er durch Licht und Sonnenwärme durchtrocknen kann. Die Früchte sollten hierbei alle zwei bis drei Tage gedreht werden, um ein gleichmäßiges Trocknen zu gewährleisten. 
Bei zu viel Hitze kann es passieren, dass die Kürbisse ausdorren und schrumpelig werden.
Nach dem vollständigen Durchtrocknen sollten die Kürbisse mit warmem Seifenwasser gewaschen werden, um Schmutzpartikel zu entfernen. Wenn ein Einfärben der Früchte gewünscht ist, kann man sie zudem mit etwas Bleiche im Wasser behandeln.
Sollten die Kürbisse beim Trocknen schrumpelig oder fleckig geworden sein, empfiehlt es sich, die äußere Schicht mit einem stumpfen Gegenstand abzukratzen. Wenn die Kürbisse anschließend noch lackiert werden sollen, kann man hierfür auch Stahlwolle oder Sandpapier verwenden.
Wenn der Kürbis unschöne Löcher bekommen hat, kann man diese mit Holzkitt wieder auffüllen, um eine ebenmäßige Oberfläche zu schaffen.