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Wunderkraut Petersilie

Wunderkraut Petersilie

Wunderkraut Petersilie


Wenn jemand meint: "Dagegen ist noch kein Kraut gewachsen", sollte er dezent auf den Alleskönner Petersilie hingewiesen werden. Tatsächlich haben die deutschen Verbraucher ein Gespür dafür entwickelt, verbucht doch die Petersilie knapp ein Drittel aller Ausgaben, die für Kräuter getätigt werden. Im prozentualen Tortendiagramm wird unser Kräuter-Einkaufsverhalten so widergespiegelt:

  1. Petersilie - 28
  2. Basilikum - 22
  3. Schnittlauch - 13
  4. Dill - 9
  5. Kresse - 5
  6. Andere - 23

Die mild-würzige Petersilie glänzt vor allem durch ihr großes Spektrum an wichtigen Vitaminen. Deshalb ist die Petersilie viel mehr als nur eine hübsche, grüne Eintopf-Deko. 

Wissenswertes über Petersilie

Die Petersilie (Petroselinum crispum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die zweijährige Pflanze kommt wild wachsend vor allem auf den Kanaren und im Mittelmeerraum vor. Ihre Zuchtsorten zeichnen sich durch krause oder glatte Blätter aus. Der altgriechische Name "Petrosselinon" weist mit Petros auf den Stein und mit Selinon auf Sellerie hin, weil wilde Petersilie einst häufig an Felshängen in Griechenland anzutreffen war. Daher auch die alte Übersetzung "Felsteppich". 

Bei Plinius dem Älteren (23 - 79 n. Chr.) findet man die erste schriftliche Erwähnung. Er war ein römischer Offizier, Gelehrter und Verwaltungsbeamter, der das enzyklopädische Werk "Naturalis historia" geschrieben hat. Ungefähr in die gleiche Zeit fällt "De materia medica", in der der griechische Arzt Dioskurides erstmalig die Heilkraft der Petersilie beschreibt. Sogar Homer verwendete die Petersilie schon als passende Kulisse in seiner "Odyssee". Er beschrieb die Insel Ogygia, auf der Odysseus von der Nymphe Kalypso verführt wurde, als bedeckt von wilder Petersilie und Veilchen.

Petersilie ist zugleich Aph­ro­di­si­a­kum und Droge

Schon die Alten Griechen erfreuten sich an der sexuellen Stimulation, die ihnen die Petersilie bescherte. Doch in Kriegszeiten sollten sich die Krieger auf den Kampf konzentrieren. Da waren jene Fantasien, die die Petersilie in ihre Köpfe trug, eher kontraproduktiv. Aus diesem Grunde war die Petersilie während der Kampfhandlungen strengstens verboten. 

Im Übrigen funktioniert die lustvolle Anregung durch Petersilie auch bei Frauen. Da hierdurch eine Intensivierung der Menstruation verbunden ist, könnte der Genuss von zu viel Petersilie bei schwangeren Frauen eine Frühgeburt auslösen. In der Tat hat dies der Petersilie einen schlechten Ruf als "Abtreibungspflanze" zugetragen. Dazu sollte man aber wissen, dass weder von den Wurzeln noch von den Blättern der Petersilie eine Gefahr ausgeht. Es geht dabei eher um die Samen, die eine recht hohe Konzentration ätherischer Öle enthalten. Wer davon zu viel zu sich nimmt, beginnt zu halluzinieren, was Drogenliebhaber schon lange auskosten. Bei Frauen führt das Öl zu Kontraktionen der Gebärmutter. 

Die Geschichte ging weiter

Die Alten Römer nutzten die Petersilie auch als Heilkraut. Vom Petersilienkranz erhoffte man sich Beistand gegen die Trunkenheit. Die Archäologie lehrt uns, dass es wohl römische Legionäre waren, die die Petersilie nördlich der Alpen angesiedelt haben. Als es während des Mittelalters immer wieder zu Hexenverfolgungen kam, galt die Petersilie als Hexenkraut. Die "Geilwurz" wurde für Liebessäfte oder für Liebessalben verwendet und die Samen wurden tatsächlich, insbesondere von Prostituierten, zur Abtreibung verwendet. Die potenzstärkende Wirkung der Petersilie spiegelte sich in den Adressen von Bordellen wider, die oftmals in der "Petersiliengasse" oder in "Peterles Gässchen" angesiedelt waren. 

Auf den Hund gekommen

Der hohe Vitamin-C-Gehalt der Petersilie ist auch für Hunde sehr gesund. Darüber hinaus ist das Kraut eine gute Quelle für Flavonoide und Antioxidantien sowie Lycopin und Carotin. Wegen ihres Chlorophyll-Reichtums wirkt die Petersilie bei Hunden blutreinigend und entgiftend, was der Leber und den Nieren der Tiere zugutekommt. Außerdem fördern die Bitterstoffe den Stoffwechsel und regen die Verdauung an. Im Ergebnis verschwinden dadurch beim Hund lästige Blähungen. 

Auch Hunde werden oft genug von Mücken geplagt. Deren Juckreiz lässt sich deutlich mindern, wenn die Einstichstellen mit frischen Petersilienblättern eingerieben werden. Zudem ist die Petersilie aufgrund des darin enthaltenen Apiols bei Hunden ein gut wirksames Mittel gegen Mundgeruch. Mischen Sie die Petersilie einfach unter das Hundefutter. Allerdings muss die Pflanze im Vorfeld gerebelt werden (zwischen den Fingern zerreiben), weil der Hund sonst Probleme bei der Verdauung bekommt. Ebenfalls bei Hunden gilt der Hinweis, trächtigen Tieren wegen der Gefahr von Fehlgeburten möglichst keine Petersilie zu geben. 

Apiol ist ein wesentlicher Bestandteil in den ätherischen Ölen von Petersilie oder Sellerie. Chemisch handelt es sich um ein Phenylpropanoid. 

Fazit:
Alle Kräuter sind frisch auf dem Tisch besonders aromatisch. Daher ist es ausgesprochen praktisch, seine Kräuter im eigenen Garten wachsen zu lassen. Aber gerade in der kalten Jahreszeit braucht unser Körper besonders viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Diesen Bedarf können wir weitgehend mit frischen Kräutern decken, die in der Wohnung auf der Fensterbank gut gedeihen. Unsere Glatte Petersilie von Descena kann dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Noch ein abschließender Tipp: Frischer Schnittlauch unterstützt effektiv die gute Wirkung der Petersilie. Was dieses duftende Kraut so alles in sich hat, wird das Thema des nächsten Artikels sein.