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Pflege der Küchenkräuter

Pflege der Küchenkräuter

So pflegen Sie Ihre Küchenkräuter richtig


Küchenkräuter im eigenen Garten, auf der Fensterbank oder dem Balkon sind eine tolle Sache für jeden, der gerne kocht. Egal ob selbst aus Samen gezogen oder im Topf gekauft, frische Kräuter bereichern den Speiseplan. Allerdings ist das Vergnügen von kurzer Dauer, wenn die Pflanzen nicht richtig gepflegt werden. Dabei ist es vor allem wichtig, die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Arten zu beachten. 

Wasser und Wärme

Unterschiedliche Küchenkräuter benötigen auch verschiedene Temperaturen und sind nicht alle gleich kälteempfindlich. Während einige von ihnen, beispielsweise Lavendel, sich durchaus winterhart zeigen, sofern sie nicht an exponierter Stelle stehen, gilt das längst nicht für alle Arten. Sofern es sich um zwei- oder mehrjährige Stauden handelt, besteht die Möglichkeit, sie in den Wintermonaten in einer Garage oder einem Wintergarten unterzubringen. Ein Standort innerhalb der Wohnung ist häufig weniger günstig, da viele Kräuter keine Heizluft vertragen. Basilikum oder Kresse lassen sich hingegen gut auch innerhalb der Wohnung und jahreszeitunabhängig ziehen. 

Einige Kräuter sind regelrechte Vieltrinker – auch hier ist wieder der Basilikum zu nennen. Bei anderen sollte der Umgang mit Wasser etwas sparsamer erfolgen. Das gilt besonders für solche aus mediterranen und daher naturgemäß trockenen Gegenden wie Thymian oder Rosmarin. Diese freuen sich auch über viel Sonne – ein südlicher Standort ist daher ratsam. Heimische Kräuter und solche, die keine derben Blätter haben, stehen dagegen besser im Halbschatten. Generell gilt, die Pflanzen nicht zu übergießen und erst dann Wasser zuzugeben, wenn die Erde nur noch sehr leicht feucht ist. Das kann je nach Standort alle ein bis zwei Tage der Fall sein, idealerweise wird morgens gegossen. Staunässe sollte immer vermieden werden. 

Nährstoffe und Schädlinge

Gewöhnliche Blumenerde ist häufig zu nährstoffreich für Kräuter. Besser geeignet ist etwas magerere Kräutererde, die die richtige Mischung an Mineralien und Nährstoffen liefert. Dünger wird am besten mit dem Wasser, nur in kleinen Mengen und ausschließlich bis zur Blütezeit gegeben. Werden die Pflanzen im Topf gekauft, wird die erste Gabe mit dem Umtopfen verbunden, das erleichtert das Anwachsen.

Aufgrund der in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle sind die meisten Küchenkräuter resistent gegen viele Bakterien, Pilze und Schädlinge. Daher ist es normalerweise nicht notwendig, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Selten treten trotzdem Läuse oder Thripse auf. In diesen Fällen sollten keinesfalls chemische Insektizide eingesetzt werden, da diese nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Besser werden befallene Pflanzen nur abgespült oder die Tiere abgesammelt. Auch biologische Schädlingsbekämpfungsmittel aus eigener Herstellung, beispielsweise Knoblauch- oder Brennnessellösung, stellen eine sinnvolle Alternative dar.

Ernte

Mehrjährige Küchenkräuter werden am besten während oder kurz vor der Blütezeit geerntet. Dabei ist es zumeist sinnvoll, eine größere Menge, beispielsweise einige Triebe zu ernten und diese sofort zu nutzen oder direkt einzufrieren. Danach sollte die Pflanze eine Zeitlang geschont werden, um ausreichend neuen Wuchs zu ermöglichen. Das gilt speziell für Schnittlauch, Petersilie oder Dill. Kerbel oder Kresse werden vollständig abgeerntet, da sie ohnehin nur einmal wachsen. Bei Stauden hingegen lässt sich durch die Ernte von Trieben oder Spitzen das Wachstum beeinflussen und ein buschigerer Wuchs erzielen. Wer seine Kräuter beobachtet, ausreichend große Portionen einfriert und rechtzeitig nachsäht, kann sich das ganze Jahr über an frischem Grün erfreuen.