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Kräuter richtig trocknen

Kräuter richtig trocknen

Kräuter richtig trocknen


Die meisten Vitamine, Spurenelemente und Mineralien enthalten frische Kräuter aus dem eigenen Garten. Doch leider ist deren Erntezeit zeitlich beschränkt. Nicht immer lässt sich das Erntegut zeitnah verbrauchen. Dann lohnt es sich, die Kräuter zu trocknen und zu lagern, damit sie auch im restlichen Jahr zur Verfügung stehen. 


Warum das Trocknen von Kräutern notwendig ist

Zur Aufbewahrung von Kräutern stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Eine der bekanntesten ist das Trocknen. Es bietet den Vorteil, dass zur weiteren Aufbewahrung wenig Platz benötigt wird und keine Energie aufgewandt werden muss wie beispielsweise beim Einfrieren. Das Sammelgut lässt sich nach dem Trocknen gut komprimieren, so dass auf kleinstem Raum viele Kräuter untergebracht werden können. Der Hauptgrund für das Trocknen ist allerdings die Lagerfähigkeit der Küchenkräuter. Sie bestehen von Natur aus zu etwa 70 Prozent aus Wasser. Würde man sie nach der Ernte in Gefäße abfüllen, käme es alsbald zur Schimmelbildung. Das Ziel des Trocknens besteht darin, dem Sammelgut den Wasseranteil zu entziehen. Damit dabei die hochwertigen Öle nicht verloren gehen, muss die Trocknung möglichst schonend und zügig erfolgen. 

Der richtige Ort zum Trocknen von Kräutern

Der Platz, an dem die Kräuter getrocknet werden, sollte gut durchlüftet sein. Er darf nicht von der Sonne bestrahlt werden, weil das Sammelgut sonst an Farbintensität verliert. Die Temperaturen sollten zwischen 20 und 35 Grad Celsius liegen. Die Luft sollte trocken sein. Wer in der nasskalten Jahreszeit Kräuter trocknen möchte, nutzt am besten die Backröhre. Ansonsten empfiehlt sich ein Dachboden, die Gartenlaube beziehungsweise eine Überdachung am Haus. 


Kräuter zum richtigen Zeitpunkt ernten

Der Erntezeitpunkt entscheidet über den Gehalt an Wirkstoffen in den Kräutern. Deshalb muss er optimal auf die Blütezeit abgestimmt werden. Je nach Art werden die meisten Kräuter kurz vor oder während der Blüte geerntet. Bei Letzteren lassen sich neben den Blättern auch die Blüten zur Zubereitung von Tees oder zum Würzen verwenden. Außerdem ist ein geeigneter Zeitpunkt zum Sammeln von Kräutern die Zeit des Verjüngungsschnitts. Das Schnittgut braucht nicht weggeworfen werden, sondern dient ebenfalls als Gewürz oder Heilkraut. Gleichzeitig entscheidet die Witterung über den besten Sammeltermin. Während des Regens empfiehlt sich das Sammeln von Kräutern nicht. Die Trocknung des nassen Sammelguts würde zu lange dauern. Bestenfalls erntet man die Kräuter am späten Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Triebe abgetrocknet haben. 


Kräuter richtig trocknen

Wenn von den Kräutern ganze Triebe geerntet wurden, lassen sich diese zu mehreren Stück zusammenfassen, mit Schnüren zusammenbinden und über Kopf an Leinen aufhängen. Sofern die Blätter, Blüten oder Wurzeln einzeln gesammelt wurden, werden diese in dünnen Schichten auf flachen Horden ausgebreitet. Alternativ werden Leinentücher verwendet, durch die die Luft gut zirkuliert. 


Kräuter nach dem Trocknen lagern

Normalerweise dauert die Trocknung von Kräutern zwischen vier und 14 Tagen. Manchmal verzögert ein unerwarteter Wetterumschwung die Einlagerung des Sammelguts. Trocken sind die Kräuter, wenn das Sammelgut beim Reiben in den Händen raschelt und zerbröselt. Dann kann es in luftdichte, dunkle Behältnisse abgefüllt werden. Sie sollten unbedingt sauber sein. Als Materialien empfehlen sich Metall oder Braunglas. Kunststoff kann ausdünsten. Pappe würde die ätherischen Öle absorbieren. Um Platz zu sparen, werden die Blätter von den Trieben der Kräuter entfernt. Möglich ist es auch, die Triebe ganz aufzubewahren. Auf diese Weise lassen sie sich als Suppengewürz verwenden und vor dem Servieren im Stück herauszunehmen. Der zur Lagerung zur Verfügung stehende Platz dürfte darüber entscheiden, für welche Variante man sich entscheidet. Samen von Kräutern lassen sich im getrockneten Zustand leicht aus den Samenkapseln schütteln. Auch sie werden in luftdicht schließenden Gefäßen aufbewahrt. Selbst wenn getrocknete Blüten attraktiv aussehen, sollten auch sie in dunklen Gläsern oder Dosen aufbewahrt werden, weil ihre Wirkstoffe ansonsten verloren gehen. Wie lange sich die getrockneten Kräuter halten, hängt von der Art der Aufbewahrung und von der Kräuterart ab. Bei Basilikum, Majoran, Estragon, Bohnenkraut und Petersilie geht das Aroma schon nach etwa einem halben Jahr verloren. Liebstöckel, Pfefferminze und Kamille schmecken auch nach einem Jahr noch intensiv. Dennoch sollten die Vorräte möglichst jährlich erneuert werden.