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Kräuter-Pflanzen im Winter

Kräuter-Pflanzen im Winter

Kräuterpflanzen im Winter


Im Winter ruht die Natur im Garten. Auch die Kräuterpflanzen haben ihr Wachstum längst eingestellt. Das bedeutet aber nicht, dass man in den kommenden Wochen auf frische Gewürze verzichten muss. Ein Kräuter-Topfgarten auf dem Fensterbrett schützt vor dem Vitaminmangel und sieht obendrein attraktiv aus. Wichtig ist in der kalten Jahreszeit außerdem, den Winterschutz regelmäßig zu kontrollieren und immergrüne Kräuter richtig mit Wasser zu versorgen.


Schnell noch Kräutertöpfe ins Haus holen

Bevor die Triebe von Kräutern im Freien erfrieren, lassen sich einige Arten ausgraben und auf der Fensterbank weiterziehen. Geeignet sind unter anderem Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin, Thymian und Salbei. Letztere sollten unbedingt vor dem ersten Frost nach drinnen geholt werden, während der Schnittlauch und die Petersilie weniger empfindlich sind und ruhig den ersten Minustemperaturen ausgesetzt sein durften, bevor sie einen Platz auf der Fensterbank finden. Dill und andere Einjährige sollten besser in Schalen ausgesät werden. Sie würden das Umpflanzen nur bedingt überstehen. Wichtig für das weitere Gedeihen des Kräutergartens im Zimmer ist es, für die jeweilige Kräuterart ein Substrat zu wählen, das den bevorzugten Bodenverhältnissen am nächsten kommt. Reine Blumenerde ist meist ungeeignet. Entweder vermengt man sie mit Sand und Kompost oder man greift auf eine handelsübliche Kräuter-Erde zurück.


Winterschutz an Freilandpflanzen anbringen

Töpfe und Kübel, die im Freien verbleiben, müssen im Winter geschützt werden. Bestehen sie nicht aus frostfesten Materialien, stellt man sie unter einen Dachüberstand, damit kein Regenwasser in die Poren eindringen kann. Würde dieses gefrieren, könnte es die Töpfe sprengen. Um die Wurzelballen der Kräuterpflanzen vor dem Durchfrieren zu schützen, schlägt man die Töpfe in Noppenfolie ein und umhüllt sie mit Jutesäcken, die von Bändern zusammengehalten werden. Alternativ bietet der Handel Winterschutzmatten an. Damit der Frost nicht von oben an die Wurzelballen dringt, lassen sich Schutzscheiben aus Kokosfasern auflegen. Oder man verwendet trockenes Laub, das beim Abharken des Rasens anfällt. Von unten erhalten die Kräutertöpfe zur Isolierung Platten aus Styropor. Mediterrane Kräuter wie der Lavendel und der Thymian sollten mit Fichtenreisig abgedeckt werden. Eine besondere Herausforderung stellt das Einpacken von großen Rosmarinpflanzen dar. Nur in geschützten Lagen übersteht er den Winter ohne einen Schutz unbeschadet. Da es sich bei ihm ohnehin um eine empfindliche Art handelt, macht es Sinn, ihn ganzjährig im Kübel zu halten. Das saisonale Ausgraben und Umsetzen verträgt er nicht so gut. Der Kübel lässt sich vor dem Einbruch des Winters frostfrei aufstellen, beispielsweise im kühlen Treppenhaus. 

Die vorbenannten Kräuterpflanzen erhalten einen Winterschutz, wenn sie im Kräuterbeet verbleiben. Eine Abdeckung aus Laub rund um die Pflanzen schützt die Wurzelbereiche. Aufgelegter Reisig verhindert, dass es der Wind fortträgt. Zwischen die Triebe steckt man Fichtenreisig. Immergrüne wie der Lorbeer werden an frostfreien Tagen gegossen. 

Verspätete Herbststürme oder starke Schneeschauer können den Winterschutz an den Kräutern beschädigen und seine Funktion zunichte machen. Deswegen sollte er auf den Gartenrundgängen regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls nachgebessert werden. Manchmal entdeckt man bei dieser Gelegenheit an milden Wintertagen die vorwitzige Blüte eines vorzeitig aus dem Winterschlaf erwachten Krautes, beispielsweise an einer Borretschpflanze. Dann wird diese abgeschnitten und in die Vase gestellt, bevor der nächste Frost sie zerstört. Man staunt und wundert sich, wie einfach Schönheit sein kann. Das zarte Violett aus dem eigenen Garten ersetzt einen üppigen Blumenstrauß aus dem Supermarkt und lässt das Herz jedes Hobbygärtners aufgehen. Man nimmt sich Zeit und ist sich sicher, künftig noch aufmerksamer durch den Garten zu gehen. 


Kräutervorräte kontrollieren

Hat man Küchenkräuter durch das Trocknen konserviert, sollten diese gelegentlich kontrolliert werden. Es kann nämlich vorkommen, dass die eine oder andere Sorte zu früh in Behältnisse abgefüllt wurde und nach Wochen zu schimmeln beginnt. Dann bleibt nur noch die Entsorgung, da Schimmelsporen schädlich für die Gesundheit sind.


Nach dem Gartenjahr ist vor dem Gartenjahr

Letztlich bleibt dem Hobbygärtner im Winter ausreichend Zeit, neue Pläne für den Kräuteranbau zu schmieden. Um neue Inspirationen zu erhalten, lohnt sich die Anschaffung von Gartenbüchern. Oder man beliest sich im Internet. Was dabei nicht fehlen darf, ist selbstverständlich: eine Tasse heißer Kräutertee.