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Allgemeine Informationen über den Liebstöckel

Allgemeine Informationen über den Liebstöckel

 

Schon unsere Urgroßmütter haben ihre Speisen mit Liebstöckel gewürzt. Jeder kennt wohl das typische "Maggi-Aroma", womit dieses Maggikraut seit je her Eintöpfe, deftige Suppen, frische Salate oder Kräuterquark geschmacklich aufwertet.

 

Wissenswertes über Liebstöckel

Das Sellerie- beziehungsweise Maggikraut "Levisticum officinale" gehört der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) an. Die bekannte Maggi-Würze enthält übrigens keinen Liebstöckel. Der Geschmack des Liebstöckels erinnert zwar an jenen von Sellerie, was nicht so verwunderlich ist, da Sellerie ebenfalls den Doldenblütlern angehört, aber der Liebstöckel schmeckt noch etwas bitterer und schärfer.

Die Liebstöckelpflanze wird bis zu zwei Meter hoch. Sie ist durch einen kahlen, runden Stängel gekennzeichnet, der sich oben zunehmend verzweigt, um gezackte Blätter auszubilden. Im Spätsommer entwickeln die Pflanzen einen angenehmen Duft und zieren den Garten mit dekorativen Doldenblüten. Mit dem folgenden Herbst entwickeln die Samenstände bräunliche Farben.

 

Herkunft und Verbreitung

Wahrscheinlich stammt der Liebstöckel aus dem Nahen und Mittleren Osten, Persien wird in diesem Zusammenhang immer wieder genannt. Von dort aus gelangte er über den Mittelmeerraum in weitere europäische Regionen. Wild wächst der Liebstöckel allerdings eher in warmen Klimazonen

 

Verwendung in der Küche

Liebstöckel eignet sich vor allem zum Würzen deftiger Speisen. Verwendet werden dafür die Blätter, die jungen Triebe und die Samen. Insbesondere die jungen, feinen Blätter werden gern zum Würzen und Abschmecken dieser Gerichte genommen:

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  • Fisch
  • Fleisch
  • Suppen
  • Eintöpfen
  • Dressings
  • Soßen
  • Marinaden

Das Maggi-Aroma ist chemisch recht stabil, sodass die Blätter sogar längere Zeit mitgekocht werden können, das heißt, der Liebstöckel kann gleich am Anfang der Zubereitung einer Speise dazugegeben werden. Allerdings verliert sich seine leichte Schärfe bei längerem Kochen. Obwohl der Liebstöckel bereits im größten Teil des Römischen Reiches Verwendung fand, ist er heute eher für mittel- und osteuropäische Gerichte typisch. Aber in Ligurien (Küstenregion um Genua) werden Blattsalate und die berühmte Minestrone mit Liebstöckelblättern verfeinert. 

Die jungen Triebe sind blanchiert eine sehr interessante Gemüsebeilage und kandiert entwickeln gerade die Stängel ein herrliches Aroma. Die Samen werden dagegen sehr gern für Backprodukte wie Brot und Gebäck verwendet. Beachten Sie aber, dass Liebstöckel einen sehr intensiven Geschmack verteilt. Daher sollten Sie sich vorsichtig an die richtige Dosierung herantasten, falls Sie noch keine eigenen Erfahrungen in der Verwendung des Krauts gemacht haben. Oftmals werden nur ein oder zwei frische Blätter beziehungsweise eine kleine Prise getrockneten Liebstöckels gebraucht, damit sich das charakteristische Maggi-Aroma entfaltet. Beim Trocknen der Blätter geht übrigens kaum Aroma verloren, wenn Sie das trockene Kraut gut und luftdicht verschließen. Anders verhalten sich die Samen und Wurzeln. Ihre Würzkraft wird durch Trocknen sogar noch stärker. 

 

Liebstöckel in der Medizin

Wie die meisten anderen Kräuter hat auch Liebstöckel seinen Platz in der Heilkunst. Schon der berühmte griechische Pharmakologe und Arzt Pedanios Dioskurides beschrieb die Samen und Wurzeln des "ligystikón" als: 

  • verdauungsfördernd
  • erwärmend
  • diuretisch (harntreibend)
  • emmenagog (die Monatsblutung anregend)
  • heilend bei Bissen durch wilde Tiere

Hildegard von Bingen lobte die heilende Wirkung des Liebstöckels bei Halskrankheiten, was mit seiner schleimlösenden Eigenschaft im Zusammenhang steht. Die Volksheilkunde weiß um seine regulierende Wirkung bei Menstruationsstörungen. In der anthroposophischen Medizin und in der Homöopathie wird Liebstöckel zum Beispiel bei Mittelohr-Entzündung verabreicht. Die heilenden Eigenschaften, insbesondere bei Sodbrennen, Magen- und Darmbeschwerden sowie Blasenleiden, sind zum größten Teil auf die im Liebstöckel enthaltenen ätherischen Öle zurückzuführen. Als Tee zubereitet, wirkt Liebstöckel etwas anregend. Die Beförderung der Gesundheit ist immer mit einer positiven Auswirkung auf die Libido verbunden. In der Konsequenz wurde Liebstöckel auch als Aphrodisiakum empfohlen.